Selbsthilfe Mantel hat das 100-jährige Bestehen schon im Auge

Veröffentlicht am - Redakteur: Eva Seifried

Am Sonntag, 10. März trafen sich die Mitglieder der Selbsthilfe Mantel, einer Unterstützungseinrichtung bei Sterbefällen, zur 93. Generalversammlung im VfB-Sportheim. Wie Vorsitzender Dr. Stephan Oetzinger ausführte hatte der Verein am 13.12.2018 1.359 Mitglieder und bereits das 100-jährige Jubiläum in greifbarer Nähe. Den 27 Sterbefällen standen 21 Neuaufnahmen gegenüber. Da es sich um ein reines Umlageverfahren hat, das nur funktioniert, wenn der Mitgliederstand gehalten wird oder noch besser – steigt, ist Mitgliederwerbung wichtiger denn je. Dr. Oetzinger plädierte, dies nicht nur der Vorstandschaft zu überlassen, sondern jedes Mitglied soll bitte im Familien- und Freundeskreis für die Selbsthilfe Werbung machen. Seit der Gründung wurden 1.147 Sterbefälle betreut und 765.000 Euro Sterbegeld ausbezahlt. Bei einem Sterbefall wird von jedem Mitglied 1.20 Euro einkassiert und an die Hinterbliebenen 1.525 Euro ausbezahlt. Dies ist vor allem ein Verdienst von Hauptkassiererin Ulrike Schiller und den beiden Unterkassiererinnen Christine Dirrigl und Ingrid Zwerenz. Auch die Rupprechtsreuther und Steinfelser Einwohner können der Selbsthilfe beitreten. Mitglied kann jeder Manteler bis zum 35. Lebensjahr werden, mit einer Karenzzeit auch bis zum 40. Lebensjahr. Kassiererin Ulrike Schiller gab einen Rechenschaftsbericht ab. Die Selbsthilfe hat keinen großen Kassenstand, weil ja die einkassierten Beiträge wieder ausbezahlt werden. Turnusmäßig wird in jedem Jahr ein Teil der Vorstandschaft neu gewählt. Am Sonntag wurde der zweite Vorsitzende, Thomas Magerl wiedergewählt, Schriftführerin Monika Puff und die Beisitzer Wolfgang Reil und Franz Sperl. Seit Jahren ist es Tradition, so der Vorsitzende, dass es bei der Generalversammlung einen Vortrag zum Thema Sterben, Vorsorge oder Alter gibt. In diesem Jahr informierte Peter Hofmann, Regionssekretär des DGB Bayern über das Thema Rente und die verschiedenen Variationen. „Das Thema Rente, Pflege und Schwerbehinderung liegt mir sehr am Herzen“, so der ehrenamtlich tätige Rentenexperte. „Ein Versicherungsverlauf ist wie ein Fingerabdruck, da gleicht keiner dem anderen“, so Hofmann. Leider hat wer bis 31.12.2018 in Rente ging, vom neuen Rentengesetz keine Vorteile mehr, bedauerte der Referent. Hofmann riet, dass jeder seinen Rentenverlauf genau kontrolliert und zwar lange bevor er in Rente geht. Denn 90 Prozent der Rentenverläufe sind nicht vollständig und die Ämter haben nur 10 Jahre Aufbewahrungspflicht für Unterlagen und dann kann der Versicherte eine Beschäftigung oft nicht mehr nachweisen. Die meisten Nachträge gibt es bei den Ausbildungszeiten und den Kindererziehungszeiten. Jeder Versicherte ist selbst für seinen Rentenverlauf verantwortlich und muss seine Nachweise erbringen. Fehlende Nachweise kann man bei der Agentur für Arbeit, Jobcenter, Krankenkassen, IHK und Handwerkskammer oder früheren Arbeitgebern bekommen. Viele Fehler seien beim Einscannen in die E-Akte entstanden, informierte Hofmann. Ein Rentenpunkt ist 32,03 Euro wert. Es gab ausführliche Informationen über Mütter- und Väterrente, Flexirente, Rente mit 63, Rente wegen Schwerbehinderung, Erwerbsminderungsrente und Hofmann zeigte die Altersgrenzen für den Renteneintritt auf. Ein wichtiger Rat war auch, wenn jemand einige Monate krank ist, dass er sich dann sofort um eine Erwerbsminderungsrente kümmert, weil es da lange Bearbeitungs- bzw. Wartezeiten gibt damit er nicht in die Situation kommt, dass das Krankengeld zu Ende ist und die Rente noch nicht bewilligt. Bürgermeister Richard Kammer erklärte, dass das Leben viel Geld kostet und das Sterben auch sehr teuer ist. Für unseren Markt ist die Selbsthlfe Mantel seit 93 Jahren eine segensreiche Einrichtung. Er bedankte sich bei der Vorstandschaft für die geleistete Arbeit und vor allem bei den Unterkassiererinnen die bei Wind, Schnee und Regen unterwegs sind um Beiträge einzukassieren. „Mit dem Vortrag über die Rente habt ihr wieder den richtigen Nerv getroffen“, so Kammerer. Er appellierte auch an alle, Werbung für die Selbsthilfe zu machen, er selbst wird im Rathaus auch neue Mitbürger ansprechen.

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