Reserve – ein Leben lang, Sicherheitspolitisches Seminar in Mantel

Veröffentlicht am - Redakteur: Eva Seifried

Unter dem Motto „Reserve-ein Leben lang“ konnte Vorsitzender Manfred Zettl von der Kreisgruppe Oberpfalz-Nord mehr als 50 Reservisten und Gäste in der Manteler Mehrzweckhalle begrüßen. Kreisorganisationsleiter Günter Bogner von der Kreisgeschäftsstelle Weiden hat gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Mantel ein sicherheitspolitisches Seminar organisiert, zu dem sich neben Sektionsleiter Harald Puckschamel von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik auch Vertreter des Bayerischen Soldatenbundes und des ortsansässigen Kriegervereins einfanden.

Bürgermeister Dr. Stephan Oetzinger hob die Bedeutung der Reservisten hervor, die einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit durch ihre Bereitschaft zu Reserveübungen im Inland und auch bei Auslandseinsätzen leisten. Militärische Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit sind wohl die bekannteren Vorgaben des Reservistenverbandes der Deutschen Bundeswehr e. V. Doch angesichts zunehmender terroristischer Aktivitäten in der Welt kommt neuerdings der sicherheitspolitischen Bildung gewichtige Bedeutung zu.

Referent Dr. Jürgen Urban von der Fa. Diehl-Defence begann seinen Vortrag mit einem Überblick über nichtletale Wirkmittel (NLW) und deren Anwendung für Sicherheitskräfte. NLW, also nicht tödliche Waffen, sollen Personen nur kampfunfähig machen oder Fahrzeuge aufhalten, ohne sie zu zerstören. Der Begriff HPEM (High Power Electromagnetic) ist das Zauberwort. HPEM nutzt die Erscheinungs-formen der Natur, wie z.B. bei Blitzschlag. Hohe Spannung erzeugt Funkenüberschlag. Dadurch können elektronische Geräte wie Handys, Computer etc. beeinflusst werden.

1991 begannen die Studien zu den elektromagnetischen Fähigkeiten. Mit dem System „CarStopp“ ist man in der Lage, Fahrzeuge im laufenden Verkehr abzuschalten. Vorstellbar ist es, diese Systeme militärisch auf Checkpoints einzusetzen. Als Zwischeneskalationsstufe von der Verfolgung bis zu Schusswaffengebrauch kann das Fahrzeug elektronisch stillgelegt und so ohne Gewaltanwendung kontrolliert werden.

Auch gegen den Einsatz von Minen zeigt die HPEM Erfolge. Minen können vor der Überfahrt eines Fahrzeuges ausgelöst oder so gestört werden, dass keine Gefahr für Bundeswehrfahrzeuge besteht. Weiterhin führt die Fa. Diehl Versuche im Kampf gegen Piraten durch. Ziel sei es, die Schnellboote der Piraten außer Kraft zu setzen, bevor sie die Bordwand der Schiffe erreichen.

Im zweiten Teil seines Vortrages erläuterte Dr. Jürgen Urban die Bedrohung durch Kleinst-drohen. Das sind die Drohnen, die frei verkäuflich auch unter dem Weihnachtsbaum zu finden sind. Ab 250 g sind Drohnen laut Gesetz kennzeichnungspflichtig, ab 2 kg ist ein Drohnenführerschein vorzuweisen. Ein bekannter Drohnenangriff war z.B. eine Wahlveranstaltung unserer Bundeskanzlerin im Jahr 2013 in Dresden. 2014 zählte man 31 Überflüge von Kleinstdrohnen über französische Kernkraftwerke. In Hamburg versuchte man, Handys und Drogen mit einer Drohne in ein Gefängnis zu schmuggeln.

Kleinstdrohnen können aber nicht nur zur Überwachung eingesetzt werden, sondern auch zum Waffen- oder Sprengstofftransport. Um eine zuverlässige Detektion (Aufspüren) von Kleinstdrohnen zu erreichen, muss das Abwehrradar zwischen den Drohnen und anderen Flugobjekten wie Vögel oder drehende Autofelgen unterscheiden können. Da Kleinstdrohnen eine hohe Geräuschkulisse besitzen, werden zusätzlich zur Abwehr Richtmikrofone eingesetzt. Auch militärisches Radar mit aufwendiger Auswertung sowie Videoüberwachung mit Bilderkennung werden zum Aufspüren von Kleinstdrohnen verwendet.

Nach der Mittagspause stellte der Bezirksvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes (DBwV) StFw Dieter Götz die Arbeit seines Verbandes vor.
Der DBwV ist seit 1956 die Interessensvertretung aller Dienstgrade und Zivilbeschäftigen der Bundeswehr. Der DBwV macht seinen Einfluß besonders geltend bei der Bundesregierung, dem Bundestag und Bundesrat, sowie bei allen Parteien und den Regierungen der Länder. Mit dem Dank an die Teilnehmer beendete Kreisvorsitzender
Manfred Zettl die Veranstaltung.

Bürgermeister Stephan Oetzinger (links) und Kreisorganisationsleiter Günter Bogner (rechts) haben zum sicherheitspolitischen Seminar nach Mantel eingeladen. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Oberpfalz-Nord Manfred Zettl (2. von links) überreichte dem Referenten Dr. Jürgen Urban (3. v. l.) nach Beendigung seines Vortrages einen Zoiglkorb mit Produkten aus der Oberpfalz.

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