Jungstörche wieder in Mantel

Veröffentlicht am - Redakteur: Eva Seifried

Seit 50 Jahren ist Karl Hausner in Mantel Storchenhorstbetreuer. Pünktlich zum „Jubiläum“ hat er große Freude, weil seit vielen Jahren wieder ein Storchenpaar auf dem Anwesen Lenkeit, ehemals Adam in Mantel am Marktplatz nistet und auch zwei Junge hat. Aber er ist auch sehr besorgt, weil bei der Aufzucht der Jungen bräuchten die Störche im erste Vierteljahr Regenwürme und Schnecken ohne Ende – aber dazu müsste es regnen. „Es wird schwierig, dass das Brutpaar seine Jungen durchbringen kann“, so Karl Hausner. Ein ausgewachsener Storch benötigt 500 bis 700 Gramm Nahrung das entspricht ungefähr 16 Mäusen oder 500 bis 700 Gramm Regenwürmern. Ein Jungvogel braucht am Anfang 1.600 Gramm Nahrung je Tag, das ist Schwerstaufgabe für Meister Adebar. Jahrzehntelang war der Storchenhorst auf dem Kamin der Familie Kammerer, der dann 1993 gesprengt wurde, weil er baufällig war. Der Storchenhorst wurde dann auf den Adamhof gebaut und zwei Jahre lang zogen dann auch Störche ein. Im dritten Jahr hat ein Vandale auf den Storch geschossen und er kam dann nicht mehr, so Karl Hausner, keinesfalls war der Maibaum dran schuld. Storchenbetreuung ist schon aufregend, erzählt Karl Hausner. Zu Zeiten der Flurbereinigung waren keine Störche da. Dann gab es die wilde Mülldeponie am Deschenbühl wo die Störche Nahrung suchten und erkrankten. Einmal hat sich ein Storch am Flügel verletzt, weil über einen Weiher ein Netzt gegen Fischreiher gespannt war, er wurde nach Straubing in die Aufzuchtstation gebracht. Adolf Küblböck, Ehrenvorsitzender des LBV und Naturfreund Georg Stark stiegen auf den Kirchturm der evangelischen Kirche, um Fotos zu machen, die beiden Jungstörche sieht man nicht so gut, weil sie noch klein sind. Das aktuelle Storchenpaar hat am 27. April den Horst bezogen, am 11. Mai wurde mit der Brut begonnen und am 1. Juni sind die Jungen dann geschlüpft. Die Stammgäste des gegenüberliegenden Gasthauses „Hallermichl“ schlossen Wetten ab, an welchem Tag die Jungen schlüpfen werden und einer traf den Tag genau und war Gewinner. Bei dem aktuellen Storchenpaar handelt es sich um Jungstörche, weil sie nicht beringt sind, so Hausner. In einer Broschüre des LBV steht, dass das älteste urkundlich dokumentierte Storchennest sich in Nabburg befindet, das wird durch einen Marianstich aus dem Jahr 1644 belegt. Nachdem Mitte der 80iger Jahre die Bestände dramatisch zurück gingen, haben sie sich wieder etwas erholt. Jeder Einzelne kann viel tun, um dem Storch das Überleben in Bayern zu sichern. Durch den Kauf von Bioprodukten wird der ökologische Landbau unterstützt. Rindfleisch sollte aus extensiver Weidehaltung stammen und jeder kann sich engagieren, dass Feuchtgrünland erhalten wird, Teiche angelegt werden, gefährliche Strommasten entfernt werden und vieles mehr. Karl Hausner hat auch jede Menge Biotope in Mantel angelegt aber nun wachsen die Bäume und Sträucher in die Höhe und die Störche können dann nicht mehr landen oder Starten. Man kann die Arbeit des Landesbundes für Vogelschutz auch mit Mitgliedschaft, Spenden oder einer Patenschaft unterstützen.

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