Altbayerscher Advent in der Mehrzweckhalle

Veröffentlicht am - Redakteur: Eva Seifried

Vor einem begeisterten Publikum in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle in Mantel traten die Raith Schwestern Tanja und Susanne und Andi Blaimer mit dem Programm „Altbayerischer Advent“ auf. Sie wurden von Phillipp Zimmermann am Bass verstärkt, Andi Blaimer spielte Gitarre und die Schwestern beherrschten Gitarre, Hackbrett und Harmonika und sangen sich mit ihren kräftigen Stimmen in die Herzen der Zuhörer. Tanja Raith erzählte wie es zu dem Programm kam. Sie war mal in einer Stadt unterwegs und wurde total von amerikanischen Weihnachtsliedern berieselt und irgendwie „stieg ich dann aus“, „das hat nix mehr mit Weihnachten zu tun“. So entstand die Idee mit dem Programm „Altbayerischer Advent“ auf Tournee zu gehen. „Früher war der Advent für uns Kinder eine eher langweilige Zeit, wir haben Plätzchen gebacken und sonst war nicht viel los“. „Etz beginnt die schoine staade Zeit“ war dann der passende Einstieg. Tanja Raith forderte die Zuhörer auf, sich zurückzulehnen, „wenn einer einnnatzt macht des auch nix“. Mit wunderbaren Naturaufnahmen auf einer großen Leinwand wurden die Lieder und Geschichten unterstrichen. Mit Musik und Gesang erinnerten die Geschwister an „Maria Verkündigung“. Andi Blaimer erzählte die Geschichte von Rorateämtern in der kalten Kirche. „Nur einmal als die eine Kerze schon so kurz war und der Adventskranz abbrannte, da war es nicht langweilig und auch nicht kalt in der Kirche“. In einer weiteren Geschichte freuten sich die Gänse im Stall, dass sie Weihnachtern überlebten, weil „die Bäuerin und ihr Mann, die leben jetzt vegan“. Zwischen Gesangsstücken und den Geschichten von Andi Blaimer ertönten auch mal flotte Walzer. Für Heiterkeit sorgte die Geschichte vom Lametta. Tanja Raith erzählte wie der Großvater die Kinder mit Spielen wie Nüsse um die Wette knacken beschäftigte und ihre Schwester Susi dem alten Nussknacker den „Kiefer“ gebrochen hat. Passend folgte das Lied vom Nussknacker. Andi Blaimer faszinierte die Zuhörer mit der Geschichte wie ein Taglöhner im Traum erfährt, dass es keinen Sinn hat Gottes Weltordnung verändern zu wollen. Teilweise brauchte das Ensemble keine Noten oder Texte, Musik und Lieder kamen aus dem Herzen. Als Zuhörer konnte man wirklich vergessen, dass man in der Mehrzweckhalle sitzt, sondern man fühlte sich in eine Hutzastube der früheren Zeit versetzt. Man hörte förmlich den „Böhmischen Wind“ wehen. Lustig wurde es dann bei den „Unheiligen Gedanken eines Waldlers in der Christmette“. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so gespannt lauschten die Gäste der Geschichte von Andi Blaimer der erzählte wie die Großmutter der Raith-Schwestern 1943 nachts um 23 Uhr ihren Mann vom Bahnhof abholen wollte. Er hatte Fronturlaub per Feldpostbrief angekündigt und dann kam er nicht. Eine Erscheinung ließ sie befürchten der Ludwig wäre gefallen. Der kam dann aber 1946 aus der Gefangenschaft heim. Danach wurde 1947 der Vater der Raith-Schwestern geboren. „Das war gut, sonst gäbe es heute das Programm nicht und ich hätte immer noch keine Frau“, so Andi der mit Tanja verheiratet ist. Zuvor ernteten die Schwestern begeisterten Beifall beim „Andachtsjodler“. Zuerst erklangen nur die vollen, wohntönenden Stimmen die dann zart mit Gitarrenspiel und dem Kontrabass unterlegt wurden. Viel zu schnell erklang dann mit „Still Still“ auch schon das letzte Lied. Nach dem verdienten Schlussapplaus wurde der Andachtsjodler wiederholt und das Publikum setzte kräftig mit ein. Das Mehrzweckhallenteam um Reinhold Meier sorgte mit Brezen, Leberkässemmeln und Getränken dafür, dass niemand Hunger oder Durst leiden musste.

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